03.12.2015

Bahn frei für die rheinischen Löwen

Kölns neuester Fußballklub will ganz groß raus – mit einem Star als Sportdirektor.

Galatasaray Köln will die Junioren-Szene Kölns verändern.

Die Kölner Fußballszene ist um einen Verein reicher. Beim neugegründeten GSK Galatasaray Köln handelt es sich aber nicht um einen schnöden Zusammenschluss von Freunden, die Lust auf Kicken in der Kreisliga D haben. Die Gründer und Vorsitzenden Göksel Bilgin und Mehmet Calhan hegen den Traum von einer großen deutsch-türkischen Fußballakademie – der mit einem prominenten Sportdirektor wahr gemacht werden soll.

Nägel mit Köpfen: Nach langen Kämpfen mit bürokratischen Hürden und der Suche nach einer Heimat ist der GSK Galatasaray Köln das neuste Mitglied der Kölner Fußballfamilie. Am 19. Mai 2015 offiziell gegründet, wurde der GSK nun offiziell vom FVM aufgenommen. „Wir hatten viele Diskussionen mit Verband, Kreis, Bezirkssportamt und der Stadt. Manchmal dachte ich schon, jemand hätte etwas dagegen, dass wir diesen Klub gegründet haben“, sagt Göksel Bilgin, Gründer und Vorsitzender des Vereins.


Jetzt kann es losgehen - und die Ambitionen des GSK sind groß. Während zuletzt gegründete Klubs wie Alemannia Köln und Hellas Leverkusen eineinhalb Jahre nach dem ersten Pflichtspiel weiterhin mit lediglich einer Mannschaft unterwegs sind, soll Galatasaray in kürzester Zeit zu einer großen Fußballakademie wachsen. „In der nächsten Saison starten wir im Ligabetrieb. Bis dahin wollen wir schon 500 bis 600 Mitglieder zählen“, unterstreicht Bilgin die hoch gesteckten Ziele seines Vereins. Dabei steht vor allem der Junioren-Fußball und die Ausbildung von talentierten Spielern im Fokus. „80 Prozent unserer Energie stecken wir in die Jugend, es soll aber auch Senioren-Teams geben.“

Ein Trainer-Star als Mitgründer und Sportdirektor

Für die Verwirklichung der Träume konnte Bilgin eine prominente Figur für den Posten des Sportdirektors gewinnen. Wolfgang Jerat, einst Trainer des 1. FC Köln, der unter anderem auch an der Seitenlinie von Viktoria Köln und dem Bonner SC stand, unterstützt den GSK auf dem Weg zu einer echten Größe im Kölner Amateurfußball. „Er rauchte eine Shisha bei mir in der Bar und wir tauschten uns über unsere Ideen aus. Nun sind wir Freunde und er wird uns mit seiner Erfahrung helfen.“ Mitgründer Jerat soll mit seinem geschulten Auge gute und entwicklungsfähige Trainer für die Jugendteams finden und ausbilden, um dem Klub auf der Bezirkssport-Anlage in Bocklemünd den erhofften Zulauf zu ermöglichen.

"Nach vielen spannenden Stationen wie Bonn, Pristina oder Wuppertal, die aus unterschiedlichsten Gründen leider nie von Erfolg gekrönt waren, habe ich mich beim zufälligen Treffen von den Ideen und dem Konzept von Göksel Bilgin anstecken lassen. So kam es, dass ich jetzt mit 60 Jahren erstmals einen Verein gegründet habe", lacht Jerat. "Die große und fußballbegeisterte türkische Gemeinschaft in Köln bietet viel Potenzial für eine solche Akademie, die sich trotz des türkischen Namens nicht vor Talenten anderer Länder, Religionen oder Ethnien verschließen will. Die Ambitionen unseres Vereins stecken schon im Namen. Ich habe schon als Trainer viel auf die Jugend geachtet und gesetzt. Deshalb glaube ich an den Erfolg dieses Projektes."

Ex-Profi übernimmt Senioren-Mannschaft in der Kreisliga D

Das Senioren-Team von Galatasaray, das ab Sommer in der Kreisliga D an den Start geht, ist bereits mit einem bekannten Trainer bestückt. Ex-Profi Adama Niang übernimmt die 1. Mannschaft des GSK. Der Senegalese spielte in der 2. Bundesliga für Eintracht Braunschweig und lief in 200 Regional- und Oberligapartien für den KFC Uerdingen, Preußen Münster, den Bonner SC (unter Wolfgang Jerat) und die Sportfreunde Troisdorf auf. Nun, zwei Jahre nach seinem Karriereende, versucht sich der 40-Jährige erstmals als Cheftrainer.

Mit der geballte Profi-Erfahrung und harter Arbeit soll aus Galatasaray Köln ein deutsch-türkischer Vorzeigeklub werden. „Wir wollen viele gute Fußballer ausbilden, irgendwann vielleicht einen Star rausbringen. Dabei sollen Respekt, Disziplin und Fair-Play zu den Grundregeln gehören. Es wird sehr intensiv“, freut sich Bilgin.

Autor: Daniel Sobolewski

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