22.04.2017

Aufatmen im Fall Andersen

Schneider fällt beim Spiel der Fortuna in Zwickau kurzfristig aus

Markus Pazurek übernahm im Pokal Verantwortung und verwandelte den Elfmeter. Foto: Fortuna

Die Vorzeichen sind ungünstig. Mit der drittschlechtesten Abwehr der 3. Liga und zwei zuletzt dürftigen Darbietungen im Pokal gegen Herkenrath und in der Meisterschaft bei Preußen Münster im Gepäck, tritt die Fortuna am Sonntag (14 Uhr) im Stadion Zwickau an. Zumal der gastgebende FSV derzeit mit einem Schnitt von 2,28 Punkten das beste Rückrundenteam im gesamten deutschen Profifußball ist.

„Die Serie der Zwickauer sollte uns Anlass genug sein, zu hundert Prozent kampfbereit in dieses Spiel zu gehen. Das hätte ich dem FSV in dem Maße nach der Hinrunde nicht zugetraut. Die Mannschaft hat derzeit die totale Spielkontrolle, spielt schnörkellos und ist eklig zu verteidigen, da sie immer wieder viele Spieler in die Box bringen“, betont Uwe Koschinat, der das 2:4 in Münster und den schmeichelhaften Finaleinzug gegen den Fünftligisten ausführlich mit seinem Team besprochen hat. „In Münster hat der Gegner in Halbzeit zwei brutal zurückgeschaltet, dadurch konnten wir das Ergebnis korrigieren. Gegen Herkenrath haben wir nach der Pause sehr nachgelassen und den Gegner damit aufgebaut. Ich habe beide Spiele sehr kritisch gesehen. Wir bekommen keine saubere Kontinuität in unsere Leistungen. Immer wieder haben wir diese extremen negativen Ausreißer. Diese Wellenbewegungen gefallen mir nicht. In der derzeitigen Personalkonstellation muss ich mich wohl damit abfinden“, so der Fortuna-Trainer.

Nicht abfinden muss sich Koschinat mit einer Sperre seines Mittelfeldstrategen. Kristoffer Andersen, der gegen Herkenrath nach einem rüden Foul Rot sah, ist für die 3. Liga spielberechtigt und kann auch im Finale des FVM-Pokals wieder mitwirken. Die zweiwöchige Sperre gilt nur auf Verbandsebene. „Die Durchführungsbestimmungen sind nicht durchdacht. Jetzt profitieren wir mal davon, ich kann mich aber auch noch an einige negative Beispiele erinnern. Kris Andersen hat mal Gelb-Rot in Lotte gesehen, war dann angeblich im Pokal in Weiß gesperrt. Drei Tage später kam die Nachricht, dass dies falsch sei und dann fehlte er in der Meisterschaft. Oder der Spieler Kreyer von der Viktoria hat im Pokal-Finale mal meinen Co-Trainer ins Gesicht geschlagen und die Sperre dann in der Sommerpause abgesessen“, weist der Trainer auf diverse Ungereimtheiten im Regelwerk hin.

Andersen ist also an Bord. Ein anderer ist kurzfristig ausgefallen. Jannik Schneider meldete sich mit einer Magen-Darm-Erkrankung ab. Für ihn rückte Dennis Engelman in den 18er-Kader. Gestiegen sind auch wieder die Chancen für Cauly auf einen Startelf-Einsatz, nachdem ihn der Trainer zuletzt des Öfteren links liegen ließ. „Er hat gegen Herkenrath eine überragende erste Hälfte gespielt. Er hatte viele finale Aktionen. Den Pass zum 1:0 kann man auch auf einem höheren Niveau nicht besser spielen. Das war Klasse“, sagt Koschinat über den Flügelflitzer. Auffällig agiert in den letzten Wochen auch der frischgebackene Vater Markus Pazurek trotz der privaten Zusatzbelastung. „Patschu“ tritt als Leader auf. „Das ist er ja eigentlich immer. Das fällt nur im Moment mehr auf, da er zuletzt einige spielentscheidenden Aktionen hatte. Er hat ein hohes Verantwortungsbewusstsein. In bin begeistert von seiner Entwicklung in den vergangenen Jahren“, betont Koschinat.    

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