03.08.2018

Die Durchschlagskraft muss erhöht werden

In Halle verlor die Fortuna noch nie - Eberwein ersetzt verletzten Kapitän Dahmani

Schmerzlich vermissen wird die Fortuna ihren verletzten Kapitän Hamdi Dahmani. Foto: Augstein

Drei Mal hat sich Uwe Koschinat nach eigener Aussage in den letzten Tagen das 1:4 zu Hause gegen Münster nochmal zu Gemüte geführt. Und der Trainer der Fortuna tritt der harschen Kritik manches Außenstehenden nach der Heimniederlage zum Saisonstart nach wie vor vehement entgegen. „Ich will das Spiel nicht schönreden. Aber, speziell in der ersten Hälfte, haben wir wahnsinnig viel richtig gemacht“, sagt der Coach vor dem Spiel am Samstag (14 Uhr) in Halle. 

„Wir hatten keine Probleme bei der Balleroberung. Das Anlaufverhalten war nahezu perfekt. Wir waren sehr gut gestaffelt. Uns hat aber die Präsenz im gegnerischen Strafraum gefehlt, das war das Problem. Insgesamt hatten wir nur eine hundertprozentige Chance. Das sah gut aus, war aber nicht durchschlagskräftig.“


Die Gegentore wurden aufgearbeitet. Beim 0:1 verschätzte sich Dominik Ernst schwer, das 0:2 war ein Fehler der beiden Innenverteidiger, so Koschinat. „Dann kommst du aus der Pause, nimmst dir viel vor und mit dem Anstoß ist das Spiel nach dem 0:3 im Grunde genommen entschieden.“ Unterm Strich habe man versagt über die 90 Minuten gesehen. Ein 1:4 sei nun mal eine sehr heftige Niederlage, so der Trainer. „Es gab viel aufzuarbeiten, aber es gab auch wahnsinnig viel Gutes.“

Gutes gab es für die Fortuna in den letzten vier Jahren auch im Erdgas Sportpark. Seit dem Drittliga-Aufstieg kamen die Kölner mit zwei Siegen und zwei Unentschieden aus Sachsen-Anhalt zurück. Dennoch ist der kommende Gegner auch für Koschinat eine kleine Wundertüte. „Anders als bei uns ist in Halle nicht nur der Trainer, sondern auch die Mannschaft neu. Nur drei Spieler aus dem letzten Jahr standen in Zwickau in der Startelf. Wir haben da prinzipiell immer sehr gut ausgesehen. Daraus lässt sich logischerweise aber nichts für das Spiel am Samstag ableiten. Halle steht ähnlich wie wir unter Druck. Entscheidend wird sein, dass wir die Dinge, die ordentlich gelaufen sind, verfestigen und unser Spiel in eine ordentliche Balance bringen. Das schnörkellose Umschaltspiel mit schnellen Außenbahn-Spielern müssen wir wieder besser auf den Platz bringen. Das wird ein Schlüssel sein“, sagt der Trainer. 

Verzichten muss Koschinat in Halle auf seinen Kapitän. Hamdi Dahmani verpasste in den letzten vier Jahren insgesamt nur zehn Spiele. Der Ausbund an Zuverlässigkeit schoss zudem 34 Tore in diesem Zeitraum. Nun fehlt der 30-Jährige aufgrund eines Meniskuseinrisses, der konservativ behandelt wird, mindestens einen Monat lang. Sollte eine Operation notwendig werden, noch länger. Ein Neuzugang soll für ihn in die Bresche springen. „Das liegt auf der Hand, der Ersatz wird Michael Eberwein sein“, sagt Koschinat. 

Der Ex-Dortmunder wird also für Dahmani auf die Zehnerposition rücken. Der 1,92 Meter große Offensivspieler zeigte bereits nach seiner Einwechslung gute Ansätze mit seiner körperlichen Wucht trotz fehlender Spielpraxis. Auf Eberwein wartet statt Kurzeinsätzen direkt eine englische Woche. Samstag (14 Uhr) beim Halleschen FC, Dienstagabend im Südstadion gegen den Karlsruher SC (19 Uhr) und am 11. August beim FSV Zwickau. Gegen Halle dürfte auch der zuletzt aufgrund von Knieproblemen geschonte Bone Uaferro wieder in die Innenverteidigung rücken.

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