14.03.2017

Eine Frage der Mentalität

Die Fortuna muss bereits am Mittwoch wieder in Rostock ran

Mit vollem Körpereinsatz wollen Cedric Mimbala (l.) und die Fortuna in Rostock bestehen. Foto: Fortuna

Rostock war bis dato keine Reise wert für die Fortuna zu Drittliga-Zeiten. Zwei deftige Niederlagen gab es mit 2:4 und 0:4. Doch spätestens nach dem rasanten Schlussspurt am vergangenen Samstag zu Hause gegen Jahn Regensburg ist den Kölnern wieder einiges zuzutrauen. Auch am Mittwoch (19 Uhr) im Ostseestadion.

„Das ist ein Schlüsselspiel. Der Gewinner ist erstmal ein Stück weit sicher. Der Verlierer wird wieder in diesen Strudel reingezogen. Insofern wird es eine Frage der Mentalität sein. Wer kann mit dieser Situation und diesem Druck besser umgehen? Und wer sieht dies nicht als Belastung? Da hoffe ich natürlich, dass das Ergebnis und die Endphase des Spiels uns helfen werden“, betont Uwe Koschinat vor dem Duell des Zwölften beim 13. „Nüchtern betrachtet war das 2:2 wieder ein Punkt, den wir zwischen uns und die anderen Abstiegskandidaten gelegt haben“, unterstreicht der Trainer. Sechs Zähler Puffer haben die Südstädter derzeit zu den Abstiegsrängen.

Noch viel wichtiger, das bestätigten die Spieler nach dem Abpfiff auch unisono, war allerdings das gemeinschaftliche Erfolgserlebnis. Dieses unbeschreibliche Gefühl eines nicht mehr für möglich gehaltenen Comebacks mit zwei Toren in vier Minuten in der Nachspielzeit. Das sieht Koschinat ähnlich, der ebenso froh war, nicht die vierte Niederlage in Folge kommentieren zu müssen: „Wichtiger wird es für die Mannschaft sein, diese letzten fünf Minuten erlebt zu haben, als die restlichen 85 Minuten zu analysieren. Eine Mannschaft hält sich in Bezug auf die Zukunft schon immer stark an Ergebnissen fest. Diese enorme moralische Leistung sollte Auftrieb geben.“

Und nicht nur deshalb will sich die Fortuna bei der Hansa, die auf ihren gelb-rot-gesperrten Kapitän Michael Gardawski verzichten muss, nicht verstecken. „Halten können wir die Klasse nur mit Dreiern, es wird nicht funktionieren, wenn wir uns nur hinten reinstellen und auf den lieben Gott hoffen“, weiß Koschinat.

Auch in Bezug auf seine Personalentscheidungen im Vorfeld und während der Partie gegen die Oberbayern hatte der Coach richtig gelegen. Dennis Engelman ersetzte Kapitän Daniel Flottmann auf der rechten Abwehrseite mit einer beherzten Vorstellung. Und der oft verschmähte Johannes Rahn traf zwar nicht, rechtfertigte seine Nominierung von Beginn an, aber mit einer tadellosen Einstellung. Der 31-jährige Angreifer hatte zuletzt am 22. Oktober 2016 zu Hause gegen Aalen in der Startelf gestanden. „Der Schachzug ihn wieder aufzustellen, hat sich gelohnt. Er viele Bälle festgemacht, ist wahnsinnig viel gelaufen. Aus meiner Sicht war das ein sehr gutes Comeback“, konstatierte Koschinat.

Großartig verändern wird sich der Kader nicht. Marc Brasnic wird keinen weiteren arthroskopischen Eingriff an seinem verletzten Kniegelenk durchführen, er hat sich für einen konservativen Therapieversuch entschieden. Die Ausfallzeit ist offen. Florian Hörnig ist nach seinen Atemwegsproblemen noch nicht wieder komplett belastbar. Kristoffer Andersen wird nach seinem Muskelfaserriss voraussichtlich noch etwa drei Wochen fehlen. Maik Kegel und Maurice Exslager durchlaufen mit ihren Kreuzbandrissen ebenfalls mehrmals in der Woche Rehabilitationsmaßnahmen.

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