Fortuna bleibt nach 1:1 ungeschlagen

Brandenburger gleicht Rückstand aus - Kölner nach Remis wieder Tabellenzweiter

Stefan Kleefisch
16. September 2017, 16:06 Uhr

Nico Brandenburger erzielte für die Fortuna das 1:1 gegen Halle per Kopf. Foto: Fortuna

Die Fortuna ist am Samstag vor 2.879 Zuschauern im Südstadion zum ersten Mal in dieser Saison in Rückstand geraten. Dennoch blieben die Kölner auch am achten Spieltag der 3. Liga ungeschlagen. Am Ende trennte sich die Mannschaft von Uwe Koschinat mit 1:1 vom Halleschen FC. Nico Brandenburger (10.) glich den Treffer von El-Helwe (5.) aus. Durch das Remis zu Beginn der englischen Woche klettert die Fortuna wieder auf den zweiten Tabellenplatz.

Die Fortuna begann mit den erwarteten Änderungen gegenüber dem 2:1-Sieg in Bremen. Für den verletzten Bone Uaferro begann Cedric Mimbala in der Innenverteidigung. Lars Bender ersetzte den gesperrten Dominik Ernst auf der Rechtsverteidiger-Position. Die stark ersatzgeschwächten Gäste starteten unerwartet forsch. Bradley Manu beschäftigte gleich die Kölner Abwehrreihe ordentlich. Und Halle hatte einen Auftakt nach Maß. Nach einem Befreiungsschlag traf Mimbala auf Höhe des 16-Meter-Raumes nur den Rücken von Maik Kegel. Der Ball prallte zurück auf Höhe des Elfmeterpunktes. Kyere, Boss und Mimbala zögerten, waren sich nicht einig. Hilal El-Helwe nutzte diese Konfusion mit seinem dritten Saisontreffer zum überraschenden 0:1 (5.). Am achten Spieltag geriet die Fortuna somit zum ersten Mal in dieser Saison in Rückstand. Doch die Antwort der Kölner ließ nicht lange auf sich warten. Fünf Minuten später wurde Daniel Keita-Ruel auf der rechten Seite von Max Barnofsky unsanft gestoppt. Den anschließenden Freistoß trat Maik Kegel genau auf den Kopf des heranlaufenden Nico Brandenburger, der das 1:1 markierte. Ähnlich fiel der Siegtreffer für die Kölner bei Werder II.

Danach hatte die Fortuna bis zur Pause die klareren Chancen. In der 24. Minute parierte Keeper Oliver Schnitzler nach einer Hereingabe von Manuel Farrona Pulido einen Flachschuss von Robin Scheu aus zehn Metern Entfernung. Nur zwei Minuten später eine Doppelchance für die Hausherren. Zunächst spielte Kegel auf Scheu dessen Flanken von rechts fand Keita-Ruel, der den Ball über den Torhüter lupfte. Halles Abwehrspieler Stefan Kleineheismann klärte für den geschlagenen Schnitzler auf der eigenen Torlinie. Unmittelbar danach flankte Markus Pazurek von links auf den Kopf von Keita-Ruel, der Schnitzler prüfte. Der Keeper musste sich ordentlich strecken. Sieben Minuten vor dem Wechsel dann der nächste Nackenschlag für die Fortuna. Der kreative Kopf der Mannschaft, Maik Kegel, musste nach einem Zweikampf anscheinend wegen einer Rippenverletzung verletzt raus. Für ihn kam Okan Kurt.

Kurioser Beginn der zweiten 45 Minuten. Innerhalb von vier Minuten sahen mit Lars Bender, Keita-Ruel und Brandenburger gleich drei Kölner die gelbe Karte. Auch in Halbzeit zwei blieb die Fortuna torgefährlich. Nach einem Einwurf von Pazurek und einer Kopfballverlängerung von Mimbala musste Schnitzler einen Schuss von Scheu aus der Drehung am kurzen Pfosten abwehren (55.). Ein Fernschuss von Hamdi Dahmani flog knapp am langen Pfosten vorbei (56.). Mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie. Ohne Kegel fehlten der Fortuna die zündenden Ideen. Und auch klare Chancen wurden Mangelware. Uwe Koschinat reagierte. Für Farrona Pulido kam Neuzugang Amir Falahen in die Partie (76.). Nur drei Minuten später bekam Falahen einen Schlag ins Gesicht. Er musste außerhalb des Spielfeldes blutend behandelt werden und machte dann mit einem Turban um den Kopf weiter. Neun Minuten vor dem Ende doch noch die Gelegenheit. Nach einem Pass von Dahmani schoss Keita-Reul, bedrängt von Fabian Baumgärtel, aus fünf Metern übers Tor. Zwei Minuten später ersetzte Michael Kessel Scheu. Auch in der dreiminütigen Nachspielzeit passierte nichts Nennenswertes mehr.

„Wir haben unsere Chancen nicht gemacht. Es war zäh. Nach dem 0:1 haben wir gut reagiert. Wir sind ein geiler Haufen. Den Punkt nehmen wir mit. Solche Spiele können schnell umschlagen. Darauf können wir aufbauen“, sagte Markus Pazurek. „Die Mannschaft hat herausragend gefightet. Das war stark gegen eine Spitzenmannschaft“, freute sich Halles Coach Rico Schmitt. „Heute mussten wir das erste Mal einem Rückstand hinterherlaufen. Die Slapstick-Einlage beim 0:1 hat sicher eine Rolle gespielt, auch wenn wir schnell geantwortet haben. Danach hatten wir ein paar hundertprozentige Chancen. In Summe war unser Spiel heute zu unrund. Ich hatte immer ein bisschen Angst, dass das Ganze noch nach hinten losgeht“, sagte Uwe Koschinat. 

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