14.10.2018

„Habe noch keinen Entschluss gefasst“

Björn Effertz spricht über seine Zukunft als Germania-Trainer.

Im fünften Jahr ist Effertz mittlerweile am Geyener Bach. Dort spielt er mit seiner Mannschaft nach Aufstieg und Klassenerhalt im zweiten Jahr in der Bezirksliga. Im Interview mit RHEINFUSSBALL beurteilt der Übungsleiter unter anderem den Saisonstart, erläutert die gesteckten Ziele und seine Pläne für die Zukunft, äußert sich auch zu seinem potenziellen Nachfolger.

Björn Effertz, wie beurteilen Sie den Saisonstart von Germania Geyen?

Wir haben uns ein Stück weit mehr vorgenommen als neun Punkte aus sieben Spielen und sind Stand jetzt in den kommenden Begegnungen umso mehr gefordert die „verlorenen“ Zähler wieder gutzumachen. Allerdings bezieht sich diese Unzufriedenheit lediglich auf unsere Ausbeute. Wir hatten bis dato in jedem Spiel unsere Möglichkeiten, um die Partien früh schon in unsere Bahnen zu lenken, doch verpassen diese aktuell noch regelmäßig. Es ist auch viel dabei auf dem man aufbauen kann.

Mit welchen Zielen sind Sie in die neue Bezirksliga-Spielzeit gestartet?

Die Mannschaft und ich haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, einen einstelligen Tabellenplatz anzustreben, weniger Gegentore zu kassieren, weiterhin ambitioniert und ernsthaft unserem Hobby nachzugehen.

Mitte des Jahres gab es etwas Unruhe aufgrund der Kunstrasenproblematik: Wie sind Sie als Verein in diesem Punkt weitergekommen?

Es gab aufschlussreiche und Mut machende Gespräche mit der Stadt. Wir arbeiten weiterhin auf Hochtouren hinter den Kulissen daran, diesen „großen“ Plan in die Tat umzusetzen.

Sie sind ein ambitionierter Trainer. Wie lange wollen und werden Sie noch in Geyen sein?

Eine Frage mit der ich mich aktuell selbst akut beschäftige. Als ich in Geyen gemeinsam mit Patrick Gartmann (Germania-Vorsitzender,d.Red.) den Neuaufbau forcierte, setzten wir uns innerhalb eines 4-Jahre-Plans kurzfristige und langfristige Ziele. Ganz am Ende sollte der Aufstieg in die Bezirksliga dieses Projekt krönen. Mit ein wenig Glück haben wir diese Hürde jedoch schon im dritten Jahr genommen. Da war für mich als Trainer klar, die Aufstiegseuphorie mitzunehmen und ein weiteres Jahr - zusammen mit den Jungs in Geyen - um den Erhalt der Bezirksliga kämpfen.

Nun bin ich im fünften Jahr bei der Germania, dem Team sehr nahe und habe mich mit den Jungs, sowie meinem Partner Patrick Gartmann vorerst auf eine weitere - diese Spielzeit - verständigt. Auch, um Patrick bei dem Projekt Kunstrasen zu unterstützen wo ich kann. Denn wenn es in Geyen an etwas mangelt, dann an Manpower auf der Führungs- und Organisationsebene. Das ist der Stand und sowohl für die Zukunft als auch die Saison 2019/2020 habe ich noch keinen Entschluss gefasst.

Wie sehen Sie die Germania in der Zeit nach Ihnen aufgestellt?

Wir glauben zum Einen, dass mein aktueller Co-Trainer Martin Porschen die Lücke schließen kann, die meine Person hinterlassen würde und hoffen zum Zweiten, dass sich jemand findet, der sich in Zukunft ebenso im Vorstand engagiert.

Ihr Assistent und designierter Nachfolger Martin Porschen ist ebenfalls sehr ehrgeizig. Welche Rolle trauen Sie ihm in der Zukunft zu?

Mit Martins Verpflichtung und der Entscheidung ihn nach Geyen zu holen, ist diese Frage bereits beantwortet. Wir würden niemanden holen, dem wir nicht zutrauen auch in vorderster Front zu stehen. Martin und ich sind zwei ganz unterschiedliche und sich dadurch ergänzende Typen. Allerdings mit der selben Auffassung über Fußball. Ich glaube, dass er in Zukunft nicht nur Bestehendes weiter führen, sondern auch ergänzen und weiterentwickeln und somit für den nötigen frischen Wind sorgen kann, den ein Team irgendwann auch mal braucht. Besonders im Kontakt und Umgang mit jungen Spielern zeichnet er sich aus und wird es verstehen, eine notwendige Verjüngung des Teams voran zu treiben.

Sie haben bereits die Uefa B-Lizenz: Wie soll es mit Ihnen persönlich weitergehen?

Ich habe in den vergangenen Monaten meine Hospitation am Stützpunkt Rhein-Erft in Schwadorf unter Günter Lang abgeschlossen. Diese ist neben einer Qualifikation und einem praktischen Trainerjahr für einen weiteren Schritt notwendig ist. Ich befinde mich derzeit im Anmeldeverfahren für die Elite-Jugend-Lizenz und hoffe so schnell wie möglich auf die Warteliste für einen Lehrgang zu kommen, welche stets voll und ausgebucht sind.

Welche Art von Art von neuer Aufgabe/Herausforderung schwebt Ihnen vor?

Da schränke ich mich auf Verbandsebene absolut nicht ein. Wichtig sind für mich vor allem ein vernünftiges Konzept rund um Verein und Mannschaft, sowie vorausschauendes, strukturiertes Denken und die zwischenmenschliche Chemie.

Und welche langfristigen Ziele verfolgen Sie noch im Fussball?

Ich glaube, dass jeder ehrgeizige Sportler und auch Trainer das Maximale aus seiner investierten Zeit herausholen möchte. Selbstverständlich helfen große Träume dabei, die kleinen Ziele zu erreichen. Ich lebe nach dem Motto: „Sei der Beste, der du sein kannst“, und „Wer niemals los läuft, kann auch nirgendwo ankommen“. Ich laufe demnach so gut ich kann in meinem Tempo einfach drauf los (lacht). Ich setze mich dabei aber nicht unter Druck. Ich persönlich möchte mich und meinen Fußball immer weiterentwickeln. Aber ob nun im Amateur- oder Leistungsbereich müssen andere entscheiden.

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