17.11.2016

„Wir haben zu viel hergeschenkt“

Fortuna unter Flutlicht gegen Zwickau _ Hoffnungen ruhen auf Rückkehrer Andersen

Die Bilanz liest sich ordentlich. Die Fortuna ist vor dem Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den FSV Zwickau Zehnter mit 20 Punkten aus 14 Spielen. Nur zwei Punkte beträgt der Abstand zum Relegationsplatz um den Aufstieg. Hochgerechnet auf die gesamte Spielzeit ergäbe dies die von Uwe Koschinat angestrebte Marke von 50 Zählern. Also eigentlich alles im Soll. Der Kölner Trainer ist aber vor dem Gastspiel des Aufsteigers im Südstadion alles andere als zufrieden.

Im Gegenteil. Er macht aus seinem Unmut keinen Hehl: „Nach den Erfolgen zu Beginn der Saison bin ich als Trainer natürlich auch gierig geworden. Ich habe zwar oft bemängelt, dass wir zu negativ gesehen werden. Aber die zuletzt gezeigte spielerische Armut macht mich wütend. Wir haben einfach zu viel hergeschenkt“, betont Koschinat und meint damit insbesondere die Darbietungen der jüngeren Vergangenheit. 1:6-Tore und nur ein Punkt aus vier Heimspielen sind ihm übel auf den Magen geschlagen und er malt sich aus, was alles möglich gewesen wäre. „Ich behaupte mal, wären Kegel und Andersen nicht ausgefallen, hätten wir zumindest ein Heimspiel mehr gewonnen, oder sogar jetzt 25 Punkte auf dem Konto und dann wären wir unter den ersten Beiden. Das wäre eine ganz andere Truppe gewesen.“

Die zwei Wochen spielfrei haben die Kölner genutzt, um ihr Anlaufverhalten zu verbessern, adäquate Lösungen bei Ballbesitz zu entwickeln und auch die Standards wurden sowohl offensiv als auch defensiv auf den Prüfstand gestellt. Gerade dieser Punkt dürfte gegen das kopfballstärkste Team der Liga (sechs Treffer) ein Faktor sein. „Zwickau erinnert mich an unser erstes Drittliga-Jahr. Sie setzen auf die Stützen des Aufstiegs, haben ein schmales Budget, sie haben zu Beginn erst mal eine passende Strategie für die 3. Liga gesucht, die haben sie aber jetzt gefunden. Sie kommen über extremen Kampf und einer guten Organisation“, unterstreicht Koschinat. Der FSV holte aus den letzten drei Spielen immerhin fünf Punkte und hat zumindest den Anschluss ans untere Mittelfeld wiederhergestellt. „Sie werden sicher ein Team sein, das um den Klassenerhalt spielt. Wenn wir von 50 Punkten reden, müssen wir natürlich in der Lage sein, Zwickau zu Hause zu besiegen. Das muss das Ziel sein“, so der Kölner Fußballlehrer.

Christopher Theisen ist wieder spielberechtigt nach Gelb-Rot, Stürmer Serhat Koruk ist auch wieder gesund. Aber vor allem die Rückkehr von Kristoffer Andersen ist für Uwe Koschinat ein ganz wichtiger Baustein bei seinen Planungen und Gedankenspielen bezüglich der Aufstellung. „Er wird auf dem Platz stehen, er hat jetzt zwei Wochen ohne Probleme mittrainiert. Mit ihm ist unser Spiel ein ganz anderes.“ Ob der verletzungsanfällige Stratege auf der Zehn oder der Acht agieren wird, hängt von der taktischen Ausrichtung ab. In der Regel trat die Fortuna im 4-2-3-1 mit dem Trio Cauly Oliveira Souza und Lars Bender auf den Flügeln sowie Hamdi Dahmani zentral und einem Stoßstürmer davor an. Denkbar ist aber auch wie im Test gegen Bayer Leverkusen (0:1) Mitte der vergangenen Woche ein 4-4-2. Über Dahmani, der bereits fünfmal traf, sagt Koschinat im Übrigen, er sei in der Form seines Lebens. Egal wie die Kölner auflaufen werden, der Coach fordert von seinen bislang wenig treffsicheren Angreifern, „dass sie Durchsetzungsvermögen zeigen und Torgeilheit entwickeln“.

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