Feuerlibelle
Crocothemis erythraea (Brullé, 1832)
Die Feuerlibelle trägt ihren Namen zu Recht: Die Männchen leuchten in einem intensiven, knalligen Rot, das selbst die roten Heidelibellen in den Schatten stellt. Ursprünglich eine mediterrane Art, hat sich die Feuerlibelle in den letzten Jahrzehnten nach Norden ausgebreitet - ein eindrucksvolles Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Libellenfauna.
Kurzsteckbrief
| Größe | 36-45 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 55-70 mm |
| Flugzeit | Juni bis September |
| Unterordnung | Großlibellen (Anisoptera) |
| Familie | Segellibellen (Libellulidae) |
| Gefährdung | Nicht gefährdet |
Erkennungsmerkmale
Männchen
Die Männchen sind komplett leuchtend rot - Kopf, Thorax und Hinterleib. Das Rot ist intensiver als bei Heidelibellen. Charakteristisch ist der breite, abgeflachte Hinterleib. Die Flügelbasis zeigt einen gelblich-orangen Fleck, und das Pterostigma ist rötlich.
Weibchen
Weibchen sind gelblich-braun mit hellem Streifen auf dem Thorax. Der Hinterleib ist ebenfalls breit und abgeflacht. Sie können leicht mit Heidelibellen-Weibchen verwechselt werden.
Unterschied zu Heidelibellen
Die Feuerlibelle ist größer und kräftiger gebaut. Der Hinterleib ist deutlich breiter und flacher als bei Heidelibellen. Die rote Farbe der Männchen ist intensiver.
Lebensraum
Die Feuerlibelle bevorzugt warme, sonnenexponierte Stillgewässer: Kiesgruben, Baggerseen, flache Teiche mit wenig Vegetation. Sie meidet schattige oder kühle Gewässer.
Ausbreitung nach Norden
Noch in den 1980er Jahren war die Feuerlibelle in Deutschland eine Rarität. Durch die Klimaerwärmung hat sie sich stark nach Norden ausgebreitet und ist heute in weiten Teilen Deutschlands etabliert. An warmen Stellen kann sie lokal häufig sein.
Verhalten
Männchen besetzen Reviere am Gewässerrand und sitzen gerne auf niedrigen Ansitzwarten. Sie sind territorial und jagen Konkurrenten aus ihrem Bereich.
Beobachtungstipps
Suchen Sie warme, sonnige Gewässer - besonders Kiesgruben und Baggerseen. Die knallroten Männchen fallen sofort ins Auge. Beste Zeit ist der Hochsommer.
Ähnliche Arten
Heidelibellen wie die Blutrote Heidelibelle sind kleiner und schlanker. Der breite, flache Hinterleib unterscheidet die Feuerlibelle eindeutig.
