Zierliche Moosjungfer
Leucorrhinia caudalis (Charpentier, 1840)
Die Zierliche Moosjungfer ist eine der attraktivsten, aber auch seltensten Moosjungfern. Mit ihren weißen Hinterleibsflecken auf schwarzem Grund ist sie bei guter Sicht gut erkennbar. Wie ihre Schwesternart, die Östliche Moosjungfer, steht sie unter dem Schutz der FFH-Richtlinie.
Kurzsteckbrief
| Größe | 33-37 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 55-62 mm |
| Flugzeit | Mai bis Juli |
| Unterordnung | Großlibellen (Anisoptera) |
| Familie | Segellibellen (Libellulidae) |
| Gefährdung | Stark gefährdet (RL 2), FFH-Art |
Erkennungsmerkmale
Männchen
Ausgefärbte Männchen sind überwiegend schwarz mit auffälligen weißen bis bläulich-weißen Flecken auf den Hinterleibssegmenten 3-7. Die Hinterleibsanhänge (Cerci) sind weiß - daher der wissenschaftliche Name "caudalis". Die Stirn ist dunkel, nicht weiß wie bei der Östlichen Moosjungfer.
Weibchen
Weibchen zeigen gelbe statt weiße Flecken auf dem Hinterleib. Sie sind insgesamt heller gefärbt als die Männchen.
Lebensraum
Die Zierliche Moosjungfer besiedelt vegetationsreiche Moorgewässer und Moorrandseen. Sie bevorzugt Gewässer mit Schwimmblattvegetation und Seggenrieden. Im Gegensatz zu anderen Moosjungfern toleriert sie auch etwas nährstoffreichere Gewässer.
Verbreitung
In Deutschland selten, aber etwas weiter verbreitet als die Östliche Moosjungfer. Vorkommen vor allem im Nordosten und in den Voralpen. Einzelne Populationen auch im Westen.
Gefährdung und Schutz
Die Zierliche Moosjungfer ist durch die FFH-Richtlinie (Anhang IV) streng geschützt. Lebensraumverlust durch Entwässerung und Gewässereutrophierung sind die Hauptgefährdungen.
Beobachtungstipps
Suchen Sie im Mai und Juni Moorgewässer mit Schwimmblättern auf. Die weißen Flecken auf dem schwarzen Hinterleib sind charakteristisch. Fernglas erforderlich, um die Art nicht zu stören.
Ähnliche Arten
Die Östliche Moosjungfer hat eine weiße Stirn. Die Große Moosjungfer hat einen gelben Fleck auf dem 7. Segment.
