Lebensraum Moor

Moorlandschaft mit Moorauge
Ein Hochmoor mit offenen Wasserstellen - Heimat der seltenen Moosjungfern.

Moore gehören zu den extremsten Lebensräumen für Libellen. Das saure, sauerstoffarme Wasser, die starken Temperaturschwankungen und das geringe Nahrungsangebot fordern Spezialisten – und genau diese faszinierenden Arten machen einen Besuch im Moor für mich immer wieder zu einem besonderen Erlebnis.

Kennzeichen des Lebensraums

Moore entstehen durch abgestorbene Pflanzen, die wegen des hohen Wasserstandes und des damit verbundenen Sauerstoffmangels nicht zersetzt werden. So bilden sich oft meterdicke Torfschichten über Jahrtausende hinweg.

Man unterscheidet zwei Moortypen:

  • Hochmoore wölben sich uhrglasartig in der Mitte empor, da immer wieder Pflanzen absterben und nicht zersetzt werden können. Die Kapillarwirkung der abgestorbenen Pflanzen hält das Wasser nah an der Oberfläche.
  • Niedermoore entstehen aus Verlandungen von Seen oder durch die Versumpfung von Niederungen.

Anforderungen an die Libellen

Der Lebensraum der Libellenlarven beschränkt sich auf die offenen Wasserstellen – die sogenannten „Mooraugen". Die Larven müssen dabei mit gleich mehreren Herausforderungen zurechtkommen:

Extreme Wasserqualität

Moorwasser ist extrem sauer und sauerstoffarm. Deshalb leben nur wenige Organismen darin – entsprechend gering ist das Nahrungsangebot für die Larven. Sie benötigen für ihre Entwicklung mindestens zwei Jahre.

Starke Temperaturschwankungen

Das Moorwasser ist meist natürlich braun gefärbt. Bei Sonneneinstrahlung erwärmt es sich schnell, nachts kühlt es rasch wieder ab. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht können beträchtlich sein – auch das müssen die Larven aushalten.

Gefährdung der Moore

Torfabbau

Die Gefährdung durch Torfgewinnung hat zumindest in Deutschland abgenommen, bleibt aber aktuell. Durch Abtorfung bis zum mineralischen Boden wird ein Moor für immer zerstört. Kleinere, nicht maschinell abgetorfte Moore können sich nach Aufgabe der Nutzung aber wieder erholen.

Entwässerung

Das größere Problem stellt die Entwässerung dar. Fällt der Wasserspiegel, gelangt Sauerstoff an die abgestorbenen Pflanzenteile, die dann zersetzt werden. Es entsteht ein „normaler" Boden über dem Torf, was eine spätere Moorregeneration erschwert. Die Libellen verschwinden schon mit dem Wegfall der offenen Wasserflächen.

Typische Moorlibellen

Die Moosjungfern sind die charakteristischen Bewohner unserer Moore – ihre Anwesenheit zeigt mir immer an, dass das Moor in einem guten Zustand ist:

Moosjungfern (Leucorrhinia)

Weitere Moorarten

  • Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)
  • Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica elisabethae)
  • Alpen-Mosaikjungfer (Aeshna caerulea)
  • Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)
  • Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)
  • Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum)
  • Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum)

Viele dieser Arten sind selten und stehen auf den Roten Listen. Wenn Sie das Glück haben, sie beobachten zu können, befinden Sie sich an einem ökologisch wertvollen Ort, der besonderen Schutz verdient.

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