Kleine Zangenlibelle
Onychogomphus forcipatus (Linnaeus, 1758)
Die Kleine Zangenlibelle gehört wie die Gemeine Keiljungfer zur Familie der Flussjungfern - erkennbar an den auseinanderstehenden Augen. Ihr besonderes Merkmal sind die zangenförmigen Hinterleibsanhänge der Männchen, die dieser Art ihren Namen gegeben haben. Als Bewohnerin sauberer Fließgewässer ist sie ein Indikator für gute Wasserqualität.
Kurzsteckbrief
| Größe | 46-50 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 55-65 mm |
| Flugzeit | Juni bis August |
| Unterordnung | Großlibellen (Anisoptera) |
| Familie | Flussjungfern (Gomphidae) |
| Gefährdung | Vorwarnliste |
Erkennungsmerkmale
Die "Zangen"
Die Männchen besitzen auffällig geformte, nach außen gebogene Hinterleibsanhänge, die wie kleine Zangen aussehen. Dieses Merkmal ist einzigartig und macht die Bestimmung einfach - wenn man es sehen kann.
Allgemein
Wie alle Flussjungfern haben die Augen Abstand zueinander. Die Grundfarbe ist schwarz-gelb. Die Augen sind grünlich. Der Hinterleib zeigt eine ausgeprägte gelbe Zeichnung.
Weibchen
Ähnlich gezeichnet wie die Männchen, aber ohne die charakteristischen Zangen. Die Unterscheidung von anderen Flussjungfern-Weibchen ist anspruchsvoll.
Lebensraum
Die Kleine Zangenlibelle besiedelt Fließgewässer mit sandigem oder kiesigem Grund: Bäche, kleine bis mittlere Flüsse. Die Larven graben sich im lockeren Substrat ein. Verschlammte Gewässer werden gemieden.
Verbreitung
In Deutschland zerstreut an geeigneten Fließgewässern. Durch Gewässerrenaturierung hat sich die Art gebietsweise wieder ausgebreitet. Schwerpunkte liegen im Süden und Westen.
Verhalten
Typisches Flussjungfer-Verhalten: Die Tiere sitzen gerne auf Steinen, Kies oder sandigem Boden direkt am Ufer. Von dort starten sie zu kurzen Jagdflügen.
Beobachtungstipps
Besuchen Sie im Sommer einen Bach oder kleinen Fluss mit sandig-kiesigem Ufer. Suchen Sie auf Steinen und am Ufer nach sitzenden Libellen. Die zangenförmigen Anhänge der Männchen sind das sicherste Merkmal.
Ähnliche Arten
Die Gemeine Keiljungfer hat keulenartig verbreiterte Hinterleibsenden, aber keine Zangen. Andere Flussjungfern unterscheiden sich in der Zeichnung.
