Gemeine Binsenjungfer
Lestes sponsa (Hansemann, 1823)
Die Gemeine Binsenjungfer ist eine der häufigsten Teichjungfern und ein charakteristischer Bewohner von Weihern und Teichen mit Binsenbeständen. Ihr metallisch grüner Glanz und die charakteristische Ruhestellung mit halb geöffneten Flügeln machen sie zu einer auffälligen Erscheinung. Wenn Sie an einem spätsommerlichen Tag an einem Binsenbestand vorbeigehen, werden Sie diese eleganten Libellen mit etwas Aufmerksamkeit entdecken.
Kurzsteckbrief
| Größe | 34-39 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 40-45 mm |
| Flugzeit | Juni bis Oktober |
| Unterordnung | Kleinlibellen (Zygoptera) |
| Familie | Teichjungfern (Lestidae) |
| Gefährdung Deutschland | Nicht gefährdet |
Erkennungsmerkmale
Allgemeines
Das wichtigste Familienmerkmal der Teichjungfern ist die Ruhestellung: Sie halten ihre Flügel im Sitzen halb geöffnet, schräg vom Körper abgespreizt - alle anderen heimischen Kleinlibellen falten sie über dem Körper zusammen. Dazu kommt der metallisch grüne Körperglanz.
Männchen
Männchen glänzen metallisch grün bis bronzefarben. Die Brust zeigt keine hellen Seitenstreifen. Bei ausgefärbten Männchen bildet sich eine bläuliche Bereifung auf den vordersten und hintersten Hinterleibssegmenten. Das Pterostigma ist einheitlich dunkel.
Weibchen
Weibchen sind kräftiger grün gefärbt und haben einen etwas dickeren Hinterleib als die Männchen. Ihnen fehlt die blaue Bereifung.
Lebensraum
Die Gemeine Binsenjungfer bevorzugt stehende Gewässer mit Binsen-, Seggen- oder Schilfbeständen. Typische Lebensräume sind Weiher, Teiche, Tümpel und Moorgewässer. Auch an Gartenteichen mit entsprechender Vegetation kann sie auftreten.
Die Eier überwintern in Pflanzenstängeln und schlüpfen erst im Frühjahr. Die Larven entwickeln sich innerhalb weniger Monate - eine Anpassung an temporäre Gewässer.
Verbreitung
In Deutschland ist die Gemeine Binsenjungfer weit verbreitet und häufig. Sie kommt vom Tiefland bis in mittlere Höhenlagen vor. In Österreich und der Schweiz ist sie ebenfalls verbreitet.
Verhalten
Ruheverhalten
Die charakteristische Ruhestellung mit halb geöffneten Flügeln ist typisch für alle Teichjungfern. Die Tiere sitzen gerne an Binsen- und Schilfhalmen, oft mehrere Individuen nebeneinander.
Fortpflanzung
Die Eiablage erfolgt im Tandem in Pflanzenstängel oberhalb der Wasserlinie. Beide Partner stechen gemeinsam die Eier in die Pflanze ein. Die Eier überwintern und die Larven schlüpfen erst im nächsten Frühjahr - eine Anpassung, die es der Art erlaubt, auch temporäre Gewässer zu besiedeln.
Beobachtungstipps
Die beste Beobachtungszeit ist von Juli bis September. Suchen Sie Gewässer mit Binsen- oder Schilfbeständen auf und schauen Sie die Halme ab. Die metallisch grünen Libellen mit den halb geöffneten Flügeln sind unverwechselbar.
Ähnliche Arten
Die Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas) hat helle Antehumeralstreifen auf dem Thorax. Die Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus) hat ein zweifarbiges Pterostigma.