Braune Mosaikjungfer

Aeshna grandis (Linnaeus, 1758)

Wenn an einem warmen Spätsommertag plötzlich eine große, braun schimmernde Libelle majestätisch über den Gartenteich schwebt, handelt es sich oft um die Braune Mosaikjungfer. Sie zählt zu den größten und eindrucksvollsten Libellen unserer Heimat. In meinen Jahrzehnten als Libellenbeobachter hat mich ihr kraftvoller, ausdauernder Flug immer wieder fasziniert - diese Art scheint niemals müde zu werden.

Kurzsteckbrief

Größe 70-77 mm Körperlänge
Flügelspannweite bis 102 mm
Flugzeit Juli bis Oktober
Unterordnung Großlibellen (Anisoptera)
Familie Edellibellen (Aeshnidae)
Gefährdung Deutschland Nicht gefährdet

Merkmale und Bestimmung

Die Braune Mosaikjungfer ist durch ihre Größe und die charakteristische Färbung gut zu erkennen. Der gesamte Körper wirkt warm bräunlich - ein Merkmal, das sie von den meisten anderen Mosaikjungfern unterscheidet, die eher bläuliche oder grünliche Töne aufweisen.

Männchen

Die Männchen zeigen eine braune Grundfärbung mit kleinen blauen Flecken auf dem Hinterleib. Besonders auffällig sind die bernsteinfarbenen Flügel, die im Sonnenlicht golden schimmern. Die Augen sind oben blaugrün, unten eher gelblich-braun.

Weibchen

Weibchen sind insgesamt bräunlicher gefärbt, die Flecken auf dem Hinterleib sind gelb statt blau. Auch ihre Flügel haben den charakteristischen Bernsteinton, wenn auch etwas blasser als bei den Männchen.

Lebensraum

Die Braune Mosaikjungfer ist ausgesprochen anpassungsfähig. Sie besiedelt eine Vielzahl von stehenden Gewässern: Weiher, Teiche, Seen, aber auch langsam fließende Gräben und sogar Gartenteiche. Wichtig ist eine gut entwickelte Ufervegetation mit Röhricht oder überhängenden Pflanzen.

Die Larven leben zwischen Wasserpflanzen und im Bodenschlamm. Sie benötigen etwa zwei bis drei Jahre für ihre Entwicklung, bevor sie schlüpfen.

Verbreitung

In Deutschland ist die Braune Mosaikjungfer weit verbreitet und stellenweise häufig. Sie kommt vom Tiefland bis in mittlere Gebirgslagen vor. Besonders in den nördlichen und östlichen Bundesländern ist sie regelmäßig anzutreffen.

In Österreich und der Schweiz besiedelt sie vor allem das Flachland und die Voralpenregionen. Im Hochgebirge fehlt sie.

Verhalten und Lebensweise

Jagdverhalten

Die Braune Mosaikjungfer ist eine ausdauernde Jägerin. Sie patrouilliert oft stundenlang in gleichmäßigem Flug über Gewässern und Waldlichtungen. Dabei fängt sie fliegende Insekten - Mücken, kleine Fliegen, aber auch andere Libellen stehen auf ihrem Speiseplan.

Fortpflanzung

Die Paarung findet meist im Flug statt. Anschließend legt das Weibchen die Eier alleine ab, indem es sie in Pflanzenteile, morsches Holz oder feuchtes Moos am Ufer einsticht. Dieses Verhalten unterscheidet sie von vielen anderen Großlibellen, die ihre Eier ins Wasser werfen.

Beobachtungstipps

Wenn Sie die Braune Mosaikjungfer beobachten möchten, rate ich Ihnen zu einem Besuch an einem naturnahen Weiher zwischen Ende Juli und September. Die Art ist oft bis in die Abenddämmerung aktiv - ein Verhalten, das sie von vielen anderen Libellen unterscheidet.

Achten Sie auf den charakteristischen Patrouillenflug entlang der Uferzone. Die Männchen fliegen dabei oft die gleiche Strecke immer wieder ab. Mit etwas Geduld können Sie auch beobachten, wie sie gelegentlich an einem Schilfhalm oder Ast rasten - dann bietet sich eine gute Gelegenheit für Fotos.

Ähnliche Arten

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) ist häufiger und zeigt deutlich mehr Blau und Grün. Die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) ist kleiner und hat einen auffälligen gelben Keil auf dem zweiten Hinterleibssegment.